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Wie wir zur Ahnenforschung gekommen sind

Schon immer haben mich Geschichten über frühere Zeiten fasziniert. Folglich habe ich meine Großeltern regelmäßig angebettelt mir von früher zu erzählen. Meine Oma Edith  hat mir berichtet, dass sie, wenn sie zur Leipziger Kleinmesse* gegangen ist, von ihrem Vater 1 Mark bekommen hat und damit den ganzen Nachmittag Karussel fahren, Zuckerwatte essen und Schokoäpfel kaufen konnte.

Oder sie hat mir von der Völkerschlacht bei Leipzig erzählt und mit mir das Völkerschlachtdenkmal besucht. Aber am spannendsten fand ich, wenn sie mir von unseren Vorfahren erzählt hat. Ihre Großeltern waren im 19. Jahrhundert geboren worden. Das hat mich schwer beeindruckt, dass jemand so alt sein kann. Sie musste mir auch immer erzählen, wie ihre Oma Marie Luise Ritter als Kind die Schuhe ins Gothaer Schloß gebracht hat, die ihr Vater für die Herzogsfamilie angefertigt hatte. Marie Luise durfte dann zusammen mit den Prinzessinnen ein Theaterstück ansehen.

Meine Oma starb leider sechs Jahre bevor ich mit der Ahnenforschung begann, aber diese Geschichten haben sich mir eingeprägt und waren einer der Gründe, mehr herausfinden zu wollen. Ich habe es oft bedauert, sie nicht mehr fragen zu können, besonders wenn ich tote Punkte zu überwinden hatte. Inzwischen habe ich zumindest ihre Vaterlinie (Wehnert) so weit erforscht, wie die Kirchenbücher es zuließen.

* Jahrmarkt/ Rummel gibt es seit 1907

Ein anderer Grund, warum ich den Wunsch hatte unsere Ahnen zu erforschen, war die Vertreibung meines Großvaters. Er und seine Familie mussten völlig überstürzt ihr Haus verlassen. Sämtliche Dokumente und Bilder waren damit verloren. Leider sind auch die Kirchenbücher vernichtet worden und so konnte ich nur die Standesamtsunterlagen durchsuchen. Ein Mensch, der seine Wurzeln nicht kennt, ist rast- und ruhelos und auf der Suche. Ich konnte meinem Opa mit diesen Dokumenten ein Stück Geschichte wiedergeben, auch wenn seine Heimat trotzdem verloren bleibt.

 

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